I Spit on Your Grave

Meir Zarchi | 1978 | 101 Min. | EN/de
20.02.2020 | Kulturbetrieb Royal, Bahnhofstrasse 39, 5400 Baden | 20.00 Uhr | Facebook Event

«royalscandancinema» zeigt am 20. Februar 2020 den Exploitationfilm «I spit on your Grave» von Meir Zarchi. Der Rape-and-Revenge-Film sorgte aufgrund seiner Gewaltdarstellungen und Vergewaltigungsszenen für Aufruhr, die letztlich zur Zensur des Filmes führte. Eingeführt wird die Skandalisierung des Films durch Stella Castelli, Anglistin an der Universität Zürich.

Eine junge Frau zieht sich zum Schreiben eines Romans in eine Hütte am Fluss zurück. Eine Gruppe von vier Männern wird auf die hübsche Frau aufmerksam. Sie lauern ihr auf und machen Jagd auf sie. Sie foltern und vergewaltigen sie mehrfach. Anschliessend sollte sie getötet werden. Die Frau überlebt allerdings – und fasst den Plan, tödliche Rache an ihren Peinigern zu üben. In der Kirche bittet sie um Vergebung für ihre kommenden Taten und macht sich an die Umsetzung ihrer Vergeltung.

Der Film sorgte vor allem wegen der filmischen Ausführungen der Vergewaltigungsszenen für Aufruhr. Man warf dem Regisseur Meir Zarchi vor, die Szenen würden «zelebrierend» anstatt «inszenierend» dargestellt. Roger Ebert, einer der bekanntesten amerikanischen Filmkritiker, verfasste eine desaströse Kritik und bezeichnete den Film als «vile bag of garbage». In vielen Ländern wurde «I spit on your Grave» (vorübergehend) verboten. Bis heute sorgt er für Kontroversen: Die einen sehen in der weiblichen Rächerin eine feministische Darstellung, ein Plädoyer für die sich wehrende Frau. Andere werfen Meir Zarchi Voyeurismus und Misogynie vor. Eine andere Skandalisierungsebene bezieht sich auf die Darstellung eines Gegensatzes von ländlichem und urbanem Amerika, wobei die Bewohner des «Hinterlands» als vergewaltigende «Hinterwäldler» dargestellt werden, die sich an der gebildeten Frau aus der Grossstadt vergehen. Eine Lesart, die nach wie vor über Spannungspotenzial verfügt.

Die Einführung hält die Anglistin Stella Castelli. Sie ist Koordinatorin des Doktoratsprogramm für «English and American Literary Studies» am Englischen Seminar der Universität Zürich. Sie studierte Englische Literatur, Linguistik, Fotografiegeschichte und -theorie. In ihrem Dissertationsprojekt untersucht sie die ästhetische Repräsentation des Todes im US-amerikanischen Literatur- und Filmschaffen. Neben Basismodulen zur Textanalyse hielt sie Seminare zu «Disturbia», «The Murderous Feminine» und «Ethics of Revenge». Eine ideale Konstellation, um Meir Zarchis «I spit on your grave» einzuführen.